20.06.2007
Oxidations-Katalysator für ältere Dieselmotoren getestet:
Nicht jeder Oxi-Katalysator hält, was er verspricht
Ein Test von Reisemobil International und der Prüfgesellschaft GTÜ belegt: Die angestrebte Verbesserung der Schadstoffklasse wird nicht immer erreicht. Fazit der Experten: So mancher Filter ist sein Geld nicht wert.
Stuttgart. Reisemobil International kämpft für die Halter von 220.000 älteren Reisemobilen, die wegen ihres Schadstoffausstoßes von einem Fahrverbot in Umweltzonen bedroht sind. Nachrüstbare Oxidations-Katalysatoren sollen hier Abhilfe schaffen und selbst betagten Fahrzeugen zu einer der begehrten Schadstoffplaketten verhelfen – dies zumindest verspricht die Werbung der Anbieter. Doch was taugen die Nachrüst-Kats in der Praxis tatsächlich? Reisemobil International und die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung mbH) haben die Probe aufs Exempel gemacht und einen Oxi-Kat auf einem Prüfstand gemessen.
Eine vermeintlich interessante und preisgünstige Lösung bietet beispielsweise die Firma S. K. Handels AG an. Nach Einbau des Kats, so das Versprechen an die Kunden, sollen die Reisemobile die erstrebenswerte Schadstoffklasse Euro 3 erreichen.
Motorenentwickler und Ingenieure der Hersteller von Basisfahrzeugen für Reisemobile zeigten sich von Anfang an skeptisch. Eine Verbesserung des Schadstoffausstoßes auf Euro 3 sei bei jenen alten Dieselmotoren, die in Euro 0 oder Euro 1 rangieren, mit einem Oxi-Kat nicht machbar, so der einhellige Tenor.
Ein bei einem namhaften Caravan-Händler erworbenes Hymermobil B 544, Baujahr 1990, mit 55 kW musste sich nach dem Einbau des Aufrüst-Kats exakten Messungen nach strenger Norm auf dem Rollenprüfstand eines Kfz-technischen Prüfzentrums unterziehen.
Das Ergebnis bei den Schadstoffwerten ist ernüchternd, der Einbau des Filters sein Geld nicht wert. Alle Euro-3-Messungen fallen deutlich negativ aus. Am dramatischsten sind die Werte bei den Rußpartikeln: Sie übersteigen den zulässigen Grenzwert um rund 100 Prozent.
Reisemobil International rät deshalb allen Besitzern älterer Reisemobile, sich vor einer Nachrüstung ihres Fahrzeugs mit einem Oxi-Kat in einer Fachwerkstatt oder einer Prüforganisation wie der GTÜ über die Wirkungsweise und den Nutzen des jeweiligen Kat-Systems genau zu informieren.
Hinweis für die Redaktionen: Den ausführlichen Test lesen Sie in Reisemobil International Ausgabe 7/2007, ab 20.6.2007 am Kiosk.
Pressekontakt: Claus-Georg Petri, stv. Chefredakteur Reisemobil International, Telefon 07 11/1 34 66 63, E-Mail: petri@reisemobil-international.de. Gerne senden wir Ihnen den Beitrag als pdf zu. Bitte einfach eine Mail schicken!